Donnerstag, 22. März 2012

Tag 1

So, jetzt weiß ich wer die Elke Laznia ist, von der ich mir heute Nachmittag die Lesung angehört habe. Sie hat den diesjährigen Förderpreis der Rauriser Literaturtage bekommen. Die Aufgabe war einen Text unter dem Motto "Rede an mich selbst" zu schreiben. Sie hat dafür eine gute Sprache gefunden. Einerseits kurz und einfach, andererseits aber auch kunstvoll und mehrschichtig. Mir hat er sehr gut gefallen und ich freu mich für sie. Elke hat anscheinend noch nichts oder wenig veröffentlicht (da sind wir schon zwei) und das ist ihr erster Wettbewerb, an dem sie teilgenommen hat. Tja... und Wunder passieren doch. Morgen kauf ich mir die Zeitschrift, in der ihr Text abgedruckt ist und dann werde ich ihn nocheinmal in Ruhe lesen.


Nachher gings mit der Gondel auf die Hochalm.
Auf dem Weg dorthin, ist mir ein Schaufenster aufgefallen, bei dem ich schon letztes Jahr stehengeblieben bin. Man stelle sich vor, diese Auslage hat sich doch wirklich seit einem Jahr nicht verändert. Ganz anders als das Leben, das jeden Augenblick für eine Wendung gut ist.
Die selbe Landkarte hängt in meinem Arbeitszimmer. Man kann sich wunderbar den Verlauf der Alpen vorstellen. 
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass ich ganz generell gerne ein Zeitreisender wäre und im speziellen wegen dieses Schaufensters. Würde ich doch gerner, den gerne wissen, ob es im nächsten, in fünf, in fünfzig Jahren noch immer die Zeit für mich einfriert.


Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass die Rauriser ganz großzügige Menschen sind.
Die haben uns echt kostenlos mit der Seilbahn hochgebracht.
Und die ganzen Lesungen sind natürlich auch frei zu besuchen.
Ich finde das in unserer Zeit sehr bemerkenswert und ungewohnt.
Ein schönes Gefühl, dass es noch etwas gibt, dass nichts kostet.

Auf dem Foto seht ihr den Josef, wie er grinst und in der anderen Hand mit dem Fotoapparat wackelt und im Hintergrund die wunderbaren Berge.
Weil der Schnee grad am Schmelzen ist, sind die Berge ganz gefleckt und schauen aus wie Kuhrücken.

Auf der Hochalm, war dann Hüttengaudi angesagt.
Aber nix mit DJ Ötzi, der war heute auf irgendeiner anderen Hütte.
Gleich vorweg, der Peter Stamm hat meine Erwartungen erfüllt.
Auch wenn er das nie erfahren wird. Ein ganz bescheidener, ruhiger Typ und eine einfache, pragmatische Sprache, die dann mit der Zeit unter die Haut kriecht.
Ich denke, seinen neuen Erzählband werde ich mir leisten.

Noch erwähnen möchte ich die Monika Helfer. Die hat einen ganz anderen Stil, als die anderen.
Kurz, frech, witzig, überraschend. Sie hat ein Buch geschrieben mit 117 Kurzgeschichten, wenn ich das richtig verstanden habe. Das interessiert mich natürlich, weil ich mich ja auch grad mit kurzen Texten versuche. Stellt euch mal vor... 117 Geschichten des Monats. Da hätte mein Blog ausgesorgt für die nächsten ???... Mag nicht mehr rechnen heute. Wer die Jahre und Monate weiß, kann mir ja einen Kommentar schreiben. Bin grad ca. fünf Stunden in der Hochalm gesessen und habe aufgepasst. Rechnen mag mein Hirn heute nicht mehr.


Aber wer denkt, der Josef fällt jetzt sicher ins Bett und träumt von Buchdeckeln, der irrt.
Muss gleich wieder los, weil es heute auch noch eine Nachtlesung gibt. Die fängt um 23:00 an.
Aber dann ist Schluss für heute.
Freu mich schon auf's Frühstück und Tag 2.



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